15 Maggio 2027


Alle unsere eingeladenen lieben Freunde, Bekannten und Familien! 

Verbringt Pfingsten 2027 hier mit uns!!

Die ganzen Tage und auch schon länger küssen wir uns in einem Casa Rurale am Fuße des Monte Quarin und wenn wir davon müde sind und schwindelig, also vom Küssen, dann rollen wir uns an den Natisone, geboren in Slowenien und der rauscht durch Italien bis in die Adria, nach Tiglio, an eine Badestelle, die die schönste ist weltweit und es gibt Höhen und Tiefen, azurblaues und eiskaltes erfrischendes Wasser, die zum Springen einladen, um uns vor den beißwütigen Ratten und den stichigen Skorpionen zu retten, weil wir faul sind und das Küssen nicht genügend Raum lässt für Häuslichkeit und da wir neuerdings uns an diesem reißenden Bächlein mit den Neotheretikern um Gajus Valerius Catull teffen, einem hedonistischen Verein, der die queere Liebe 2000 Jahre vor euch und uns allen propagierte:
Ti ho aspettato per cosi tanto tempo – dammi mille bacci. Und an euch alle:
Io sono Friuli Venezia Giulia!! Ja, so steht es und so fühlt es sich: Io sono Friuli Venezia Giulia!!
und nach der Erschöpfung und um wieder Kräfte zu sammeln, nach dem Auf und Ab in, am und auf dem Wasser geht es nach Grado ins Agli Amici und nein Agli bedeutet nicht hässlich es bedeutet Lagune, Licht und Salz in der Luft und gleichzeitig ist es elegant, ruhig und irgendwie präzise bei all den Spaghetti alle vongole, den Fritto misto di mare oder Orata vom Grill mit Rosmarin. Dazu köstlichster Wein, vielleicht einen Friulano oder, für diejenigen die sich jetzt für die Reise nach Venedig rüsten, um auf dem Weg aber unbedingt noch bei Udinese Calzio vorbeizuschauen, dem Heimatverein von Dino Zoff, kurze 90 Minuten lang romantischste Fussballtradition zu atmen und dem AS Rom, Juventus Turin oder gar dem legendären Inter Mailand zuzujubeln, natürlich leise, denn den Jubel von Deutschen hört man hier seit Oliver Bierhoff gar nicht gern, einen Refosco dal Peduncolo Rosso, der einstimmt und angemessen genug sein sollte, um der La Serenissima ("Die Durchlauchtigste"), der einzigartigen Lagunenstadt Venedig, die auf über 100 Inseln aus Holzpfählen im Meer errichtet wurde und den Eindruck erweckt, auf dem Wasser zu schweben, märchengleich prunkvolle Paläste, gotische Kirchen in berühmten Gondel sitzend, durch enge Kanäle gleitend und die vielen Vaporettos kreuzend, diese einzigartigen U-Bahnen auf dem Wasser, über den Canale Grande unter der Rialtobrücke hindurch und vorbei an Inseln wie Burano oder Torcello, um dann, husch husch, herauszuspringen an der Stazione S. Marco Vallaresso, und alles hier liest und fühlt sich an wie ein Gedicht, es klingt nach Barock, maskiert oder unmaskiert um dann natürlich den Pfaden Giovanni Battista Casanovas folgend, ein wahrhaft Abenteurer und Lebemann, der sich durchs Leben trickste, spielte und gaunerte, unterirdische Gefängnisse besuchend und am Teatro la Fenice vorbeischlendernd, um dann anschließend an irgendeinem Ufer und da finden sich wahrhaft viele, ein Gelato Fragolino zu gönnen und versonnen über die vielen Wasser zu blicken, bei einer guten Muratti, die den Eisgeschmack dann gesundheitsschädigend abrundet und für den Rückweg ins kleine Bauernhäuschen der Maria Giovanna rüstet, wo die feine, sich auf dem Monte Quarin beim Fieste da Viarte vergnügte oder in friulanischen Bauernhäusern, denn die stehen heute alle offen und zugänglich da und laden ein, nicht für folkloristische Postkartenmotive aber natürlich auch, diese Lebens- und Arbeitsgebäude voller Würde, meist in die Ebenen gebaut oder am Rand der Berge, wie hier in Cormons, mit dicken Mauern aus Naturstein, grob verputzt, damit sie im Sommer kühl und im Winter träge warm bleiben und nichts daran ist zufällig, alles ist Gebrauch, bei Wein und Schinken und Speck friulanis versuchend, und die bessere Gesellschaft mit den Hufen scharrt, denn es soll doch jetzt nun endlich ins La Pergola gehen, der gutscheinspendenen Gastwirtschaft mit luftgetrocknetem Rinderschinken, Büffelmozzarella und Ruccola oder Spaghetti mit Guanciale (luftgetrockneter Speck), Eigelb, Parmesan und Pecorino, in Deutschlad besser bekannt als Carbonara oder Pizza Pirata oder oder oder und immer ein Glässchen Wein am Mund und nun, es bleibt ja nicht aus dammi dammi dammi mille bacci ihr Liebsten, küsst euch nun auf dem Weg ins Nachtleben von Trieste oder Lubljana, die Perlen der Donaumonarchie, die gute alte Habsburger, in denen illustre Gestalten wie James Joyce oder Italo Svevo Claudio Magris und Veit Heinichen, Jože Plečnik oder Laibach für kulturelle Highlights sorgten, wenngleich die Aufregung vielleicht noch etwas deutlicher wurde, als die "Sailig Yacht A", in Kiel gebaut und dem russischen Kohlemilliardär Andrei Melnischenko gehörend im Hafen von Trieste festgesetzt wurde, ein Schiff aus, so könnte man glauben, wie es da so in der Sonne blitzt und funkelt gebaut aus purem Silber, dem italienischen Steuerzahlen nun aber schmerzliche Kosten verursacht und das nun nutzlos im Wasser herumwankelt und ja ein wenig traurig und vergessen anzusehen ist, aber unsere Gesellschaft, die ist vergnügt und stürzt sich in die hügelige Città mitteleuropea ,Trieste città della bora oder Wien am Meer wie nach Vergleichen haschenden Europäer:innen sagen würden oder stolziert mit erhobenen Köpfen und tanzt sich durch das Nachtleben von Lubljana, betrinkt sich im Metelkova mesto, ein weltweit bekanntes Zentrum der alternativen Kultur, das aus einer ehemaligen Kaserne entstand oder in der Tobačna, ein beliebter Ort für Jazz und Pop mit erlesendsten Spirituosen, wäöhrend die Jüngeren sich ins Savska und Kotnikova Ulica absetzen, : zwei Viertel die beliebt sind bei Studenten und elektronische Musik, Partys und eine junge Atmosphäre liefern, bevor es dann ja, leider leider irgendwann zurückgehen muss, der Tag, der bricht sich ja schon durch die Nacht, denn da wartet im Garten des Hauses der strebsamen Maria Giovanna, auch Johanna genannt, ein überirdisches Frühstück mit Feigen und Brot und Marmeladen aus den südlichsten Früchten und Prosciutto und friulanischer Montario, oh oh oh, und natürlich wieder Wein, Wein, Wein, gewachsen an den Hängen des Monte Quarin, man kann ihn greifen so nah, herrlich und arabischer Kaffee und Säfte und eine Kuh im Garten spendet Milch, eine süßlich, cremige und ein Tiramisu zum Abschluss, das zwar nicht der Kochkunst der Keltischen Karnier, aus denen die Friaulanen hervorgegangen sind, aber was solls, es ist doch Italien und nun geht's auch schon wieder los, nach Nova Gorica und Gorizia, die Reste der europäischen Kultur-hauptstadt bewundern, deren Aktivitäten und Initiativen als eine der erfolgreichsten bisherigen Kulturhauptstädte bewertet wurden, mit aussergewöhnlichen außergewöhnlichem und besonderem Fokus auf Nachhaltigkeit, Inklusion und den dem Aufbau eines grenzüberschreitenden kulturellen Raums und dann kann man die Agencia Agenzia Entrate passieren, dem freundlichen Pförtner die Hände schütteln und ein wenig Englisch parlierenrobieren, ein Eis kaufen, in einen Baumarkt fahren, sich mit dem Leben von Melina-Mercouri beschäftigen, denn Goritzia erhielt für die Kulturhauptstadtaktivitäten einen hochdotierten Preis, der iIhren Namen tragtträgt, den Europaplatz besuchen oder, von einer kleinen Reiselust befallen wieder weiterziehen nach Cividale, einer kleinen mittelterlich, lombardischen Stadt mit Felsenkapellen, zum Katholizismus konvertieren oder es lassen, in einer kleinen Bar gegenüber des Bahnhofes in Skubin Monfalcone Sportübertragungen schauen und Pelmeni essen oder an die Ufer des Isonzou gehen, rauchen, Hände haltend, träumend oder sich mitreissen mitreißen lassen in die Adria, um dann am späten Nachmittag nach Budigenac zu gehen und das Leben, die Liebe und, natürlich, den Wein zu feiern!


So könnten eure Tage aussehen und nebenbei könnt ihr Susanne Luise gratulieren zu einem nicht mehr ganz rundem runden Geburtstag und uns mit Blumen bewerfen, wenn wir aus der Kommune Comune Cormonese herausstolzieren, verbandet und konditioniert fürs weit weit gehen, nur nicht schnell!


Viviamo, mia Lesbia, e amiamo,

e le sgrida dei vecchi drastici
non stimiamole che un soldo.
Il sole può apparire e scomparire:

quando affievolisce per sempre la breve luce della vita, noi

dobbiamo dormire una sola infinita notte.
Dammi mille baci, poi altri cento
, poi altri mille, poi per la seconda volta cento,
poi altri mille ancora, poi cento.
Dopo, quando ne avremo dato migliaia,
scombussoleremo il conto, per non sapere,
o perché nessun maligno possa invidiarci,
sapendo che esiste una grazia così grande di baci.


Gajus Valerius Catull